Kontexte & Häusersysteme erklärt
Ein Leitfaden zu den Kontexten Janma, Gochara und Prashna sowie deren korrekter Verwendung mit unterschiedlichen Häusersystemen.
Prashna Online arbeitet mit drei klar getrennten analytischen Kontexten.
Jeder Kontext besitzt seinen eigenen Zweck, seine eigene interne Logik und methodische Grenzen. Kontexte sind nicht austauschbar, und Berechnungen werden bewusst getrennt durchgeführt, um die strukturelle Integrität zu bewahren.
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Analytische Kontexte
Janma (Geburt)
Dient der Analyse des Geburtshoroskops, berechnet für den exakten Zeitpunkt der Geburt.
Alle Berechnungen sind auf diesen Moment fixiert und bilden die grundlegende Referenz für die betreffende Person.
Eine Zeitverschiebung ist in diesem Kontext bewusst deaktiviert, um die Integrität der Radixanalyse zu wahren. Der Geburtskontext bildet die strukturelle Basis, anhand derer alle anderen Kontexte betrachtet werden können.
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Gochara (Transit)
Dient der Analyse planetärer Transite in Bezug auf eine bestimmte Person.
Dieser Kontext ist zeitverschiebbar und ermöglicht die Untersuchung sich verändernder planetärer Konstellationen im Verlauf der Zeit. Es werden ausschließlich jene Analysefunktionen berechnet, die methodisch für Transitbewertungen zulässig sind. Radix-spezifische Logik wird nicht wiederverwendet, sofern dies nicht ausdrücklich angemessen ist.
Diese Trennung stellt sicher, dass die Transitbewertung strukturell korrekt bleibt und nicht die Radixinterpretation verfälscht.
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Prashna (Stundenastrologie)
Dient der Stundenastrologie und wird für den exakten Moment berechnet, in dem eine Konsultation beginnt.
Prashna nutzt die rechnerische Grundlage des Gochara-Kontexts (aktuelle Planetenpositionen), ist jedoch auf einen einzelnen, bedeutungsvollen Moment fixiert. Das Horoskop spiegelt die Intention und die Umstände zum Zeitpunkt der Fragestellung wider.
Im Gegensatz zu Gochara ist Prashna nicht zeitverschiebbar. Der Moment selbst ist der zentrale interpretative Anker.
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Kontextauswahl & Benutzeroberfläche
Der analytische Kontext wird über die Werkzeugleiste oberhalb der Horoskopdarstellung ausgewählt.
- Die linke Werkzeugleiste steuert das linke Horoskop (Spalte A).
- Die rechte Werkzeugleiste steuert das rechte Horoskop (Spalte B).
Diese duale Struktur ermöglicht den direkten Vergleich verschiedener Kontexte, ohne deren analytische Logik zu vermischen.
!Menu
Wie in der Abbildung gezeigt, besitzt jeder Kontext am Ende eine Option (R), (E) oder (S).
Dies sind die Häusersysteme für den jeweils berechneten Kontext. Das bedeutet, dass ein Janma-(Geburts-)Horoskop entweder im Rāśi-, Equal- oder Sripati-Häusersystem angezeigt werden kann. Dadurch kann der Nutzer Unterschiede in der Zuordnung von Grahas zu Bhavas vergleichen.
Jeder Kontext wird unabhängig berechnet, bleibt vollständig nachvollziehbar und ist innerhalb der Benutzeroberfläche visuell eindeutig gekennzeichnet. Die Kontexte sind farblich markiert, um eine sofortige Orientierung ohne Mehrdeutigkeit zu ermöglichen, während gleichzeitig eine konsistente interne Struktur über alle Analysen hinweg gewahrt bleibt.
Janma
Prashna
Gochara
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Logik der Häusersysteme & Standardeinstellungen
Wie oben beschrieben, kann jeder Kontext (Janma, Gochara, Prashna) in einem von drei Häusersystemen dargestellt werden:
- Rāśi(R) : Jedes Tierkreiszeichen bildet ein vollständiges Haus; die Hausgrenzen fallen mit den Zeichengrenzen zusammen.
- Equal(E) : Die Häuser werden in gleichen 30°-Segmenten ab dem exakten Grad des Aszendenten gemessen.
- Sripati(S) : Die Häuser werden aus der Quadranteneinteilung zwischen Aszendent und Medium Coeli abgeleitet, wodurch ungleich große Häuser entstehen.
Darüber hinaus existiert jedoch eine zusätzliche Ebene: die globale Einstellung des Häusersystems.
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Standard-Häusersystem (Einstellungen)
Im Einstellungsbereich definiert der Benutzer ein Standard-Häusersystem.
Diese Einstellung bestimmt, wie alle weiterführenden Berechnungen intern durchgeführt werden.
Beispielsweise werden im Janma-(Geburts-)Kontext:
- Balas
- Ashtakavarga
- Argalas
- sowie weitere hausabhängige Berechnungen
auf Grundlage des in den Einstellungen gewählten Häusersystems berechnet.
Dies gewährleistet methodische Konsistenz für alle abgeleiteten Kennwerte.
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Parallele Mehrfachberechnung der Häusersysteme
Gleichzeitig berechnet das System innerhalb jedes aktiven Kontexts die grundlegenden strukturellen Daten für alle drei Häusersysteme parallel.
Konkret werden für Rāśi, Equal und Sripati stets berechnet:
• Bhava-Positionen
• Zuordnungen von Grahas zu Bhavas
• Drishti-(Aspekt-)Beziehungen
Dadurch kann der Benutzer das visuelle Häusersystem in Spalte A oder Spalte B wechseln, ohne eine vollständige Neuberechnung auslösen zu müssen.
Höherwertige Analysefunktionen hingegen richten sich nach dem in den Einstellungen definierten Standard-Häusersystem.
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Häusersystem-Informationszeile
Zur besseren Orientierung wird im oberen Bereich eine Häusersystem-Informationszeile angezeigt:
- Das rot markierte Häusersystem zeigt das in den Einstellungen definierte globale Standard-Häusersystem an.
- Die grünen Markierungen zeigen das aktuell gewählte Häusersystem in Spalte A bzw. Spalte B an.
Diese visuelle Trennung stellt sicher, dass jederzeit erkennbar ist:
- welches System die tiefergehenden Berechnungen bestimmt,
- und welches System aktuell in den jeweiligen Horoskopspalten angezeigt wird.
Diese Unterscheidung verhindert eine unbeabsichtigte Vermischung analytischer Rahmenbedingungen und ermöglicht dennoch einen direkten visuellen Vergleich.